Porsche by Piëch

 
Porträt Piëch

Was für ein grandioser Name in der Welt der Sportwagen: Porsche. Das Image dieser Kultmarke wurde ganz entscheidend von einem Mann geprägt, der in Zuffenhausen seine ersten Meriten als Konstrukteur, mutiger Manager und Motivator verdiente: Ferdinand Piëch, jener Mann, der heute als Tycoon der Autobranche gilt. Den frühen Jahren des genialen Visionärs ist dieses Buch gewidmet.

Auf einen Capuccino ...

Das kleine Interview.


Wie denken Sie eigentlich heute über Ihre Porsche-Jahre?
Speziell natürlich über das gigantische Rennsport-Engagement damals?

Piëch: »Das ist Geschichte. Ich denke eher an die Zukunft. Sie wissen doch, die Vergangenheit interessiert mich weniger. Was heißt gigantisch? Der 917 war aus heutiger Sicht ein Wahnsinn. Ja. Doch wenn man die Weltmeisterschaft will, wenn man Le Mans gewinnen will, dann muss man hundert Prozent geben. Ich sah das als richtig an. Porsche hat nun mal eine Rennsport-Seele.«

War das nicht für Sie persönlich ein riesiger Stress?
Dieser ständige Kampf um den Sieg?

Piëch: »Wenn Beruf, Hobby und Leidenschaft zusammenpassen, haben Sie null Belastung.«

Es ist ja erstaunlich, dass Sie in diesem Renntrubel mit seinen Unwägbarkeiten und den blitzschnell wechselnden Situationen stets so ruhig blieben.
Piëch: »Ich bin immer total ruhig gewesen. Auch wenn um mich herum Chaos herrschte. Wie so oft in Le Mans. Eigentlich erreicht mein Temperament erst dann Normalniveau, wenn es sehr spannend ist. Vielleicht schaffte ich mir auch bewusst solche Herausforderungen.«

Unser Buch-Thema ist Ihre Porsche-Zeit vor fast einem halben Jahrhundert. Was erwarten Sie heute von Porsche? Auch im Motorsport?
Piëch: »Porsche ist ein Juwel. Immer gewesen. Eine der hochwertigsten Sportwagenmarke der Welt. Der 911 bleibt eine Ikone. Doch ich könnte mir gut einen Cayman oder einen Boxster mit Achtzylinder-Boxermotor vorstellen. Mindestens auf Ferrari-Niveau. Und noch darüber. Und im Motorsport werden wir erleben, dass Porsche wieder die 24 Stunden von Le Mans gewinnt.«

Und wirklich nicht Formel 1?
Piëch: »Nein. Wir definieren Formel 1 anders. Bugatti wird bald ein Modell auf die Räder stellen mit über 1400 PS. Enthusiasten und Sammler für solche technischen Kunstwerke – und das sind Bugattis – gibt es immer. Und das ist auch Formel-1-Niveau. Ein Bugatti-Kunde kann, wenn er sich auf die Rennstrecke begibt, schneller beschleunigen als jeder Formel 1-Wagen. Da zeigt der Konzern seine Kompetenz am oberen Ende der Angebots-Skala. Und am anderen Ende steht das Einliter-Auto. Das ist auch eine Art Formel 1. Unerreicht. Absolut alltagstauglich mit mehreren hundert Kilometern Reichweite und einem Verbrauch von nur einem Liter auf 100 Kilometer.«

Aber es wird eben ein Verbrennungsmotor sein, der das Einliter-Auto antreibt.
Piëch: »Ja. Der Verbrennungsmotor – egal, ob mit Benzin oder Diesel – wird noch lange dominieren.«

Sie sehen also noch keine Chance für das Elektroauto?
Piëch: »Ich halte nichts vom reinen Elektroantrieb. Noch lange nicht. Aber ich bin nicht gegen den Elektromotor. Meine Idealvorstellung ist ein Hybrid-Modell. Ein Auto, das in der City rein elektrisch fahren kann, aber zusätzlich über 200 oder meinetwegen 250 PS verfügt. Aus einem Benzin- oder Dieselmotor, so dass man auch lange Strecken zügig und bequem zurücklegen kann.«

Und Ducati?
Piëch: »Ein passendes Stichwort in diesem Zusammenhang. Denn auch das Einliterauto könnte von Ducati profitieren. Zum Beispiel durch einen Ducati-Zweizylindermotor mit Zylinderabschaltung. Da haben Sie dann beides in einem. Sportgerät und Sparkönig.«

Sie haben fast alles erreicht, was Sie als Vision jemals äußerten. Ihre Prognosen und Zielvorstellungen haben sich erfüllt. Aus heutiger Sicht betrachtet lagen Sie mit ihren Einschätzungen meistens richtig. Schmeichelt es Ihnen, dass Sie recht hatten?
Piëch: »Auch ich irre mich mal. Ich korrigiere Fehler nur schneller als andere. Im Übrigen: Es geht nicht darum, Recht zu haben. Es geht darum, das Beste für die Kunden und die Firma zu erreichen.«

Dieses Interview zwischen Ferdinand Piëch und dem Autor Eckhard Schimpf ist nur in Auszügen wiedergegeben. Das komplette Interview lesen Sie im Buch »Porsche & Piëch«.

Das Buch
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